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LESE-ERINNERUNGEN/ WAS JEDEN BÜCHERSCHRANK ZIERT

Das Leben ausatmen, so wie es sich ausatmen will. Eine Sterbekunst für unsere Zeit

Was den Tod an­be­trifft, so bleiben die meisten von uns stumm. Nach innen und nach außen. Dabei steht eines fest: Es gibt keine Le­bens­er­fah­rung, auf die wir uns so lange und so sorg­fältig vor­be­reiten können wie auf das Sterben. So vor­be­reiten, dass es auch um den Abend licht wird, wie der Pro­phet Sacharja schreibt. Und das wäre eine Vor­be­rei­tung nicht nur auf das Ende un­seres Le­bens, son­dern auf seine Mitte und seine Tiefe. Denn – "Ster­bens­kunst ist Le­bens­kunst und um­ge­kehrt".

Wal­demar Pisarski weiß, warum er sich in "Auch am Abend wird es licht sein" de­zi­diert gegen das Ver­drängen des Todes aus dem Leben aus­spricht. Dem Sterben ist er immer wieder be­geg­net: In einem ame­ri­ka­ni­schen Zucht­haus be­treute er zum Tode Ver­ur­teilte, er war sechs Jahre lang Pfarrer in der KZ-Ge­denk­stätte Dachau und ar­bei­tete über ein Jahr­zehnt seel­sor­ge­risch in einem deut­schen Groß­kran­ken­haus. Die per­sön­li­chen Er­fah­rungen mit Ge­walt, Un­recht und Not, seine täg­li­chen Be­suche an Ster­be­betten, die zahl­losen Ge­spräche mit An­ge­hö­rigen und nicht zu­letzt der Tod des ei­genen Va­ters haben ihn ge­lehrt, das Sterben als Schwelle für neues Leben zu be­greifen.

 

Da sind wir nicht nur leise, da steht alles still. - Stille ist mehr als die Abwesenheit von Lärm

Dass Stille nicht mit Ruhe zu ver­wech­seln ist, darauf ver­weist ein am­bi­tio­niertes Pro­jekt, das Pater An­selm Grün ge­meinsam mit dem Kom­po­nisten und Flö­tisten Helge Burg­grabe ver­wirk­lichte. Das Werk "Zeiten der Stille" weist Wege, die tran­szen­die­rende Kraft der Stille zu er­fahren. Es be­steht aus einem an­spre­chend ge­stal­teten Buch mit Re­fle­xionen An­selm Grüns und zwei CDs. Eine CD bringt die Kom­po­si­tion "Zeiten der Stille" von Helge Burg­grabe zu Gehör, auf der an­deren CD spricht Pater An­selm Grün Me­di­ta­tionen, die in die Stille führen.

Zu Recht weist der Be­ne­dik­tiner darauf hin, dass Stille etwas völlig an­deres ist als das, was eine sich ober­fläch­lich ge­bende Welt kon­no­tiert. Stille ist mehr als nur die Ab­we­sen­heit von Lärm. Sie weist auch über den Zu­stand hinaus, an den wir ge­meinhin denken, wenn wir Aus­drücke wie "zur Ruhe kommen" oder "zur Ruhe finden" ver­wenden. "Stille ist ein Zu­stand, etwas, das auf den Men­schen trifft. Die Stille ist da, bevor der Mensch etwas tut. Stille hat eine ei­gene Qua­lität. Es ist die Qua­lität des reinen Seins. In der Stille bricht etwas auf, das wir nicht mehr be­nennen können. Es ist das Ge­heimnis schlechthin. In der Stille kommt das Wesen der Dinge zum Vor­schein."

 

Grenzüberschreitungen eines tantrischen Meisters

Unter dem poe­ti­schen Titel "Licht­volle Klar­heit – Uner­mess­liche Weite" steht eine ge­wich­tige Auf­satz­samm­lung von Chögyam Trungpa, einem Weg­be­reiter des Bud­dhismus im Westen. Dem Buch zu­grunde liegen zwei Kurs­ein­heiten, die der ti­be­ti­sche Me­di­ta­ti­ons­meister zum Thema "Zen und Tantra" An­fang 1974 in Barnet/Ver­mont und Bo­ston/Massa­chu­setts ver­an­staltet hat. Von Be­deu­tung ist die Pu­bli­ka­tion in­so­fern, als die Vor­träge und Ge­spräche von wich­tigen Mark­­steinen im Wer­de­gang Trungpa Rin­po­ches Zeugnis ab­legen. Sie mar­kieren nicht nur den Be­ginn einer lang­jäh­rigen Ent­wick­lungs­phase, in der er sich zu einem maß­geb­li­chen spi­ri­tu­ellen Lehr­meister Ame­rikas her­aus­bil­dete, son­dern auch einen geis­tigen Wen­de­punkt. Ob­wohl er von seiner Aus­bil­dung und Dis­po­si­tion ein durch und durch tan­tri­scher Meister war, be­gann er ab den frühen 70er Jahren zu­neh­mend, Zen im Geist des Tantra zu prak­ti­zieren.

 

Manja. Ein Roman um fünf Kinder von Anna Gmeyner


Ein ein­drucks­volles Zeit­do­ku­ment von li­te­ra­ri­scher Güte ist "Manja" von Anna Gmeyner. Den Roman um fünf Kinder ver­fasste die ös­ter­rei­chi­sche Au­torin, die sich in Deutsch­land vor 1933 einen Namen als Dra­ma­ti­kerin ge­macht hatte, im eng­li­schen Exil. Er er­schien unter dem Pseud­onym Anna Reiner 1938 beim Que­rido-Verlag in Ams­terdam, wurde bei Er­scheinen in der deut­schen Exil­presse kon­tro­vers dis­ku­tiert und ins Eng­li­sche, Nie­der­län­di­sche und Schwe­di­sche über­setzt.

Das Cover der Ori­gi­nal­aus­gabe bei Que­rido (c) per­sona verlag

2003 brachte Per­se­phone Books in London eine neue eng­li­sche Über­set­zung heraus, für die Anna Gmey­ners Tochter, die eng­li­sche Best­sel­ler­au­torin Eva Ib­botson (geb. 1925 in Wien) ein Vor­wort bei­steu­erte. - Die deut­sche Erst­aus­gabe be­sorgte Li­sette Buch­holz, die auf die in Ver­ges­sen­heit ge­ra­tene Au­torin durch eine per­sön­liche Emp­feh­lung von Fritz Lands­hoff, dem ehe­ma­ligen Leiter der deutsch­spra­chigen Ab­tei­lung des Que­rido-Ver­lags, auf­merksam ge­worden war.

 

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  • Der hat im Herbst 2008 als Debütant in Deutschland...
  • Danke für den Tipp, Tiniaden. Nie von diesem Autor...
  • Joachim Kaiser nannte die Haskil, die ab ihrer Pub...

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