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POLITIK, GESELLSCHAFT UND WIRTSCHAFT/ BÜCHER, DIE UNS HELFEN, DIE WELT ZU VERSTEHEN

Keine Notbremsung, sondern ein geordneter Rückzug

Gast­bei­trag:

Dr. Ste­phan Zeidler über Ul­rich Kaspricks "Not­bremse"

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Ul­rich Kas­pa­rick hat ein in­ter­essantes, ein les­bares Buch ge­schrieben. Als ehe­ma­liger Par­la­men­ta­ri­scher Staats­se­kretär war er in ver­schie­denen Mi­nis­te­rien der Re­gie­rungen Schröder und Merkel tätig. Nun, so sug­ge­riert der Titel, hat er die „Not­bremse“ ge­zogen und ist aus­ge­stiegen aus dem Po­li­tik­be­trieb. Mit der Bun­des­tags­wahl 2009 hat er sein Mandat und seine Funk­tionen auf­ge­geben und sich ins Pri­vat­leben zurück­ge­zogen.
Hier be­ginnt für ihn die Stille, die schon zuvor ge­sucht wurde. Noch während seiner ak­tiven Zeit hat Kas­pa­rick ver­sucht, Ein­kehr zu finden und die in­nere Ruhe wie­der­her­zu­stellen, die ihm ab­handen ge­kommen ist. Er schil­dert seine Kind­heit in einem evan­ge­li­schen Pfarr­haus in der ehe­ma­ligen DDR und seine Le­ben­sumstände, die ihn dazu brachten, sich in den späteren Jahren einer be­son­deren Spi­ri­tualität zu­zu­wenden.
In­tensiv hat sich Kas­pa­rick, selbst ge­lernter Theo­loge, mit dem ZEN-Bud­dhismus, der Spi­ri­tualität des Is­lams oder christ­li­chen Mys­ti­kern wie Meister Eck­hardt oder The­resa von Avilla aus­ein­an­der­ge­setzt. Er hat in diesen Texten seine persönliche Kraft­quelle ge­funden, die es ihm auch ermöglichte, ei­gene Schick­sals­schläge wie eine Krebser­kran­kung oder einen Schlag­an­fall zu über­stehen. Aber auch neuere Au­toren wie der ehe­ma­ligen UN-Ge­ne­ral­se­kretär Dag Ham­marskjöld haben ihn auf seinem Weg be­gleitet und ge­holfen, die er­sehnte Stille zu finden. Er hat sich einen ei­genen Me­di­ta­ti­ons­raum ein­ge­richtet, um die Ruhe selbst spüren zu können, wie er seine Emp­fin­dungen schil­dert.
Diese Verände­rungen waren nicht ein­fach für je­manden, der wie Kas­pa­rick rund 20 Jahre aktiv Po­litik in ver­schie­denen Funk­tionen be­trieben hat. Für einen, der 1989 quasi über Nacht in die Po­litik kam und den sie nicht mehr los­ge­lassen hat. So schil­dert er, manchmal fast an­ek­do­ten­haft, ein­zelne Er­leb­nisse und Er­fah­rungen aus seiner ak­tiven Zeit und der Leser erfährt ei­nige De­tails aus dem Leben eines Ab­ge­ord­neten. Man­ches ist nur dann wirk­lich nach­voll­ziehbar, wenn man die Abläufe im Bun­destag und den Frak­tionen kennt. Hier macht sich bei ihm öfters mal ein Hauch von Frus­tra­tion be­merkbar, wenn er etwa be­richtet, wie po­li­ti­sche, in­halt­liche Ar­beit im Bun­destag ge­leistet wird. Da schwingt oft der Wunsch des ein­zelnen Ab­ge­ord­neten mit, Po­litik selbst zu ge­stalten, statt sich der Frak­tion und der Ko­ali­ti­ons­mei­nung zu un­ter­werfen.

 

Elektrischer Reiter

"Das Wissen im In­ternet ist dy­na­misch. Es ist flüchtig. Es ist vo­latil. Es ändert jeden Tag seine Ge­stalt." - Nach einem im Mi­kro­blog­dienst Twitter viel be­ach­tetem ZEIT-In­ter­view hatten die We­bevan­ge­listen den Feh­de­hand­schuh "Dumm 3.0" auf­ge­griffen: "Autor Markus Reiter befürchtet, dass das In­ternet un­sere Ge­sell­schaft spaltet," in eine In­for­ma­ti­ons­e­lite nämlich und in eine verführ­bare Masse an Bil­dungs­kon­su­menten, bloggte der Me­dienpädagoge Thomas Pfeiffer.

Der Streit ist im Grunde so neu nicht, er be­gleitet den di­gi­talen Struk­tur­wandel der Öffent­lich­keit und flammt immer wieder auf. Es brauche je­manden, so der Po­li­to­loge Markus Reiter, der die Fülle von In­for­ma­tionen auswählt, sichtet und ordnet. Dazu fühlen sich Jour­na­listen tra­di­tio­nell be­rufen. Falsch, sagten die Blogger und luden den Autor zu einem Streit­gespräch ein, dessen Vi­deoauf­zeich­nung hier do­ku­men­tiert vor­liegt.

Macht uns das In­ternet, spe­ziell das sog. So­cial Web, alle zu dummen Vollidioten? Sind Blogger eine ernst­hafte Ge­fahr nicht nur für tra­di­tio­nelle Me­dien son­dern für die De­mo­kratie als Ganzes? Leidet die Krea­tiv­wirt­schaft unter der Kos­tenlos-Men­talität der selbst er­nannten 'Web-Kom­mu­nisten'?

Dumm 3.0 - Streit­gespräch zwi­schen Markus Reiter und Ro­bert Basic from Twitt­woch on Vimeo. - Auf­ge­nommen von peo­ple­zap­ping.

 

 

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Kommentare

  • Der hat im Herbst 2008 als Debütant in Deutschland...
  • Danke für den Tipp, Tiniaden. Nie von diesem Autor...
  • Joachim Kaiser nannte die Haskil, die ab ihrer Pub...

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